19. Juni 2017

Studiengebühren - Täglich grüßt das Murmeltier

In NRW hat die künftige schwarz-gelbe Koalition die Wiedereinführung von Studiengebühren angekündigt. Zunächst sollen internationale Studierende 3000€ im Jahr zahlen. Vorbild ist offenbar Baden-Württemberg, wo ab dem kommenden Wintersemester EU-Ausländer diesen Betrag zahlen sollen.

Lediglich 20 Prozent der erwarteten Einnahmen kommen dort den Hochschulen zugute. Der Hauptanteil dient der Haushaltskonsolidierung. Solche Preisschilder für Bildung sind der falsche Weg, insbesondere wenn sie Studierende aus Entwicklungs- und Schwellenländern treffen. Deutschland hat im Ländervergleich wenige ausländische Studierende und unsere Hochschulen könnten international besser vernetzt sein. Daher investieren wir jedes Jahr fast eine halbe Milliarde Euro in den Deutschen Akademischen Austauschdienst, davon 170 Millionen Euro allein in die Mobilität von Studierenden. Die neuen Gebühren untergraben diese Bemühungen.

Außerdem gibt es Belege dafür, dass internationale Studierende die entstehenden Kosten sehr schnell wieder ausgleichen, wenn nur ein kleiner Teil nach der Ausbildung ein paar Jahre im Land bleibt. Aber auch wer zurück in seine Heimat geht, wird dort zu einem sehr wertvollen Botschafter für Deutschland. Daher steht die SPD ganz klar für Studiengebührenfreiheit für In- und Ausländer.

© 2013-2017 | Simone Raatz