01. Juni 2016

PRESSEMITTEILUNG

Mehr Geld für Deutsch- und Integrationslehrer!

Heute hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages beschlossen, das Honorar von Deutsch- und Integrationslehrer auf 35 Euro pro Unterrichtseinheit zu erhöhen. Bisher betrug das durchschnittliche Mindesthonorar in Mittelsachsen 20 bis 22 Euro. Dazu erklärt die mittelsächsische SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Simone Raatz:

„Dies kann nur ein erster Schritt sein, um die Honorarkräfte, die sich vorbildlich in den Sprach- und Integrationskursen engagieren, vor prekären Arbeitsverhältnissen zu schützen. In diesem Jahr werden wir mehr als doppelt so viele Sprach- und Integrationskurse bereitstellen müssen, als noch 2015. Jedoch wechseln aufgrund der schlechten Bezahlung viele der qualifizierte Lehrkräfte zu attraktiveren Arbeitsverhältnissen. So stehen weniger Lehrerklassen als gebraucht zur Verfügung. Der Grund dafür: Im Schnitt geben Integrationslehrer 20 Unterrichtsstunden pro Woche und werden in Mittelsachsen dafür je nach Träger mit 20 bis 22 € pro Unterrichtsstunde entlohnt. Das sind ca. 1700 Euro brutto im Monat. Zeiten für Vor- oder Nachbereitung, das sind ca. 10 Stunden pro 20 Unterrichtsstunden, werden nicht eingerechnet. Im Vergleich zu Lehrern an Allgemeinbildenden Schulen werden sie demnach schlechter bezahlt und haben unattraktivere Arbeitsverhältnisse. Obwohl die Lehrkräfte einen elementaren Beitrag zum Gelingen der Integration von Flüchtlingen in unserer Region leisten, arbeiten sie freiberuflich und müssen damit auch noch selbst für ihre Sozialversicherungsbeiträge aufkommen, haben keinen Kündigungsschutz und keine Lohnfortzahlung bei Krankheit oder Urlaub.

Damit die Träger die zusätzlichen Ausgaben finanzieren können, soll sich das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BamF) mit 4,00 Euro statt aktuell 3,10 Euro je Kursteilnehmer an den Kosten der Sprachkurse beteiligen. Die Erhöhung der Vergütung der Sprachlehrer ist ein wichtiger Schritt, denn nur mit gut qualifizierten und entsprechend vergüteten Lehrpersonal können ausreichend Sprach- und Integrationskursen zur Verfügung gestellt werden und Integration gelingen.“

© 2013-2017 | Simone Raatz